"Die Camerata Zürich hat nicht nur originelle Programme versprochen. Sie hält sich auch daran.(...)" Thomas Schacher, NZZ

Das letzte Konzert der Camerata Zürich in der Aula der Universität Zürich vom 26. Mai genoss nicht nur den Zuspruch des Publikums, sondern wurde auch von der Kritik gelobt. Wir freuen uns und gratulieren an dieser Stelle alle Musikerinnen und Musiker des Orchesters, alle Solisten und nicht zuletzt unsere beauftragte Komponistin, Stephanie Haensler, deren Stück "durch streifen" wir uraufführen durften.

https://www.nzz.ch/feuilleton/schostakowitsch-baut-klippen-sebastian-bohrer-bewaeltigt-sie-meisterlich-ld.1389116

 


5. Abonnementskonzert: Camerata & Friends

Samstag, 26. Mai, 19.30 Uhr, Aula der Universität Zürich
Sonntag, 27. Mai, 17.00 Uhr, Stadtkirche Brugg

Sebastian Bohren, Violine
Pascal Druey, Violine
Igor Karsko, Violine und Leitung
CAMERATA ZÜRICH

Werke von Schostakowitsch, Mustonen und Haensler

Die Camerata Zürich ruft im Namen der Freundschaft zum 5. Abo-Konzert auf! Auf dem Programm stehen Musikperlen von Schostakowitsch, Mustonen und eine Uraufführung von Stephanie Haensler. Wieso der Titel „Camerata & Friends“? Einerseits, da uns unser langjähriger musikalischer Freund Sebastian Bohren mit seiner Violine beehren wird. Anderseits ist hier zu bemerken, dass auch institutionalisierte Musikkorpora sich immer noch überaus auf Freundschaft verlassen dürfen! Die Camerata Zürich steht schon die gesamte Jubiläumssaison unter dem Sternbild der Freundschaft und des musikalisch aber auch persönlich geprägten Zusammenspiels. Die zahlreichen Jubiläumskompositionen und musikalischen Glückwünsche versichern uns, dass das Orchester mit festen Freundschaften in der Schweizer Musiklandschaften zählen kann. Anders als bei gängigen Institutionen scheint die Produktion von Musik ohne dieses eine Element nicht ganz zu funktionieren. Denn Musik zu machen bedeutet in einer gewissen Weise eine Übereinstimmung zu finden und diese als Ganzes auch zu präsentieren. Natürlich mag der Freund des Musikers auch sein grösster Kritiker sein! Doch die Kritik verhält sich in einer produktiven Weise zur musikalischen Verhandlung, welche irgendwo zwischen Interpretation, Vorgabe und Geschmack schwebt. Wie spricht der Deutsche Moralprediger Christian Fürchtegott Gellert so schön:

Der ist mein Freund, der mir stets des Spiegel zeigt,
den kleinsten Flecken nicht verschweigt,
mich freundlich warnt, mich ernstlich schilt,
wenn ich nicht meine Pflicht erfüllt'.
Das ist mein Freund – so wenig wie er's scheint!
Doch der, der mich stets schmeichelnd preist,
mir alles lobt, nie was verweist,
zu Fehlern mir die Hände beut,
und mir vergibt, eh' ich bereut
– das ist mein Feind –
so freundlich er auch scheint!"

Also kommt, liebe Freunde, an die Ode der Freundschaft! Wir freuen uns auf euch!
AK


4. Abo-Konzert: Camerata & Jazz

Samstag, 24. März, 19.30 Uhr, Aula der Universität Zürich
Sonntag, 25. März, 11.00 Uhr, Musikkonservatorium Zürich (Florhofgasse 6)


Leonid Maximov, Klavier I Adam Taubitz, Violine I Kevin Grifftths, Dirigent (Kapustin) I Igor Karsko, Leitung I Camerata Zürich

Werke von: Kapustin, Corea, Zimmerlin und Bartók

 

chickcorea1a.jpg
Bildnachweis:
https://www.theatlantic.com/entertainment/archive/2011/11/how-chick-corea-wrote spain/248948/

Das vierte Abonnementskonzert der Camerata Zürich wird wenigstens für die paar Stunden den winterlich kalten März mit feurig rotem Jazzpfeffer vertreiben mit Chick Corea, Nikolai Kapustin, Alfred Zimmerlin und Béla Bartók, welche von ausgezeichneten Solisten interpretiert werden: Adam Taubitz an der Violine und Leonid Maximov am Klavier. Es mag dahingestellt sein, inwiefern der Begriff Jazz hier allen Komponisten gerecht wird: Keiner von ihnen wird sich wohl als Jazzer bezeichnet haben. Jeder von ihnen taucht jedoch von einem anderen musikalischen Standpunkt aus in diese farbige Welt ein und bringt demnach höchste Individualität in diesen doch so vielseitigen Musikstil. Chick Corea verband zum Beispiel Jazz mit Rock, Funk und Latin Music Elementen. Bei Kapustin scheint die Strategie eine andere zu sein, nicht so sehr Fusion, vielmehr die  Inkorporation von Jazz in die doch recht festen Strukturen der klassischen Musik. Béla Bartók, welcher sein Divertimento in einem zwei wöchigen Sommeraufenthalt in der Schweiz schrieb, diente wiederum als Inspiration für zahlreiche Jazzmusiker, und so scheint sich der Kreis zwischen Fusion, Symbiose und Inspiration um unsere Komponisten wieder zu schliessen.
 

Kommt in Scharen, liebe Freunde, denn es wird getanzt, mitgewippt, mitgeschwelgt und geträumt!
Anna Karsko


Camerata @ School Casting

Es geht weiter mit einem spannenden Castig. Lesen Sie über den weiteren Verlauf hier:


http://www.dieangelones.ch/2018/03/camerataschool-das-grosse-casting/#more-60903

Alle zwei Jahre produziert die Camerata Zürich zusammen mit einem Zürcher Schulhaus ein Musiktheater. Die Schülerinnen und Schüler erfinden eine Geschichte, die von einem Komponisten vertont wird. Zusammen mit den Musikerinnen und Musikern der Camerata Zürich führen die Kinder das Projekt zum Schluss dann öffentlich auf. Die aktuelle Ausgabe des Projekts Camerata@School findet dieses Jahr in Zusammenarbeit mit der Schule Triemli statt.


 

 

 

2. Abo-Konzert: Camerata & Sister Soloists

Samstag, 25. November, 19.30 Uhr, Aula der Universität
Einführung, 18. 30 Uhr
Sonntag, 26. November, 11.00 Uhr, Musikschule Konservatorium Zürich

Sayaka Studer, Violoncello
Sumina Studer, Violine
Igor Karsko, Leitung
Camerata Zürich

Zürich steht unter dem Zeichen der Geschwister: Sumina und Sayaka Selina Studer sind Musikerinnen, welche durch ihre musikalische Energie bereits international begeistern konnten. Endlich hören wir sie zusammen mit der Camerata Zürich – und freuen uns auf ein virtuoses aber auch stimmungsvolles Konzert, welches in der Uraufführung von Thomas Demengas Pezzo per violino e violoncello ed archi gipfelt.
Welche Zusammenkunft! Das Jubiläumswerk verbindet die Geschwister Studer mit dem Klang der Camerata Zürich und steht so für die Ziele der Musik selbst: Das Aufeinandertreffen von Menschen, welche sich in der Leidenschaft für die Sache selbst vereint finden. 

Musikalische Geschwisterpaare sind keine Seltenheit. Auch Vater und Mutter Mozart konnten sich glücklich schätzen. Nebst dem berühmt gewordenen „Wolferl“ Mozart konzertierte auch seine etwas ältere Schwester Maria Anna, genannt „Nannerl“ europaweit. Komponiert hat sie selber zwar nicht, sie galt aber als eine besonders talentierte Pianistin, welche bereits mit 11 Jahren überaus anspruchsvolle Literatur darbot. Leider endete ihre musikalische Karriere mit dem Erreichen des heiratsfähigen Alters. Mozart schrieb in einem Gedicht an seine Schwester:

„Du wirst im Eh'stand viel erfahren,
Was dir ein halbes Rätsel war;
Bald wirst du aus Erfahrung wissen,
Wie Eva einst hat handeln müssen,
Daß sie hernach den Kain gebar.“ (...)

Damit endete also Nannerls Laufbahn als Solopianistin.

Das Geschwisterpaar Studer ist ganz anderer Natur. Intimität und musikalische wie auch persönliche Verständigung säumen ihr Auftreten und lassen uns so in Vorfreude auf dieses Konzert blicken. Zu hören bekommen wir Mozarts Violinkonzert in G-Dur sowie Boccherinis Cellokonzert in B-dur.
Den Bogen schliesst noch einmal Janáčeks „Auf verwachsenem Pfade“, diesmal wandern wir zusammen den zweiten, nicht minder schöneren Teil des Pfades.

Wir freuen uns auf Euch!
Anns Karsko
 


Camerata & School in Zusammenarbeit mit der Primarschule Triemli

And so it begins.....Ein Blog von Rita Angelone

Camerata@School: Grosse Musik für kleine Ohren

Auf zu neuen Ufern: Wo wird diese spannende Reise hin führen?

 Die Schulleiterin der Primarschule Triemli, Frau Idil Calis stellt das Projekt Camerata@School vor. Projekt Kick-Off: Musik liegt in der Luft: Eine Turnhalle voller Lebensfreude!

Die Schulleiterin der Primarschule Triemli, Frau Idil Calis stellt das Projekt Camerata@School vor. Projekt Kick-Off: Musik liegt in der Luft: Eine Turnhalle voller Lebensfreude!

Alle zwei Jahre produziert die Camerata Zürich zusammen mit einem Zürcher Schulhaus ein Musiktheater. Die Schülerinnen und Schüler erfinden eine Geschichte, die von einem Komponisten vertont wird. Zusammen mit den Musikerinnen und Musikern der Camerata Zürich führen die Kinder das Projekt zum Schluss dann öffentlich auf. Die nächste Ausgabe des Projekts Camerata@school wird in der Saison 2017/18 in Zusammenarbeit mit der Schule unserer Jungs durchgeführt.
Camerata-Musiker: Ein Herz für die Musik … und für Kinder!

 Nun sind die Musiker der Camerata Zürich dran, sie präsentieren sich den Kindern mit ausgewählten Werke vor. Das Quartett besteht aus Melinda Stocker, Pascal Druey, Geneviève Strosser und Joachim Müller-Crepon.

Nun sind die Musiker der Camerata Zürich dran, sie präsentieren sich den Kindern mit ausgewählten Werke vor. Das Quartett besteht aus Melinda Stocker, Pascal Druey, Geneviève Strosser und Joachim Müller-Crepon.

Camerata Zürich hat Pionierarbeit im Bereich der Musikvermittlung geleistet und mehrere innovative Projekte ins Leben gerufen, die heute einen wichtigen Bestandteil der Konzertaktivität bilden. Dazu gehören der landesweit einzigartige Kompositionswettbewerb für Kinder und Jugendliche, der Camerata Club, ein musikpädagogisches Angebot für Kinder und Jugendliche und das Schulprojekt Camerata@School!
Zum Auftakt des Projekts lernten die Primarschüler von der 1. bis 6. Klasse das Kernteam des Orchesters kennen. Und was brauchte es, um das Eis zu brechen? Nichts anderes als gemeinsam zu singen und zu musizieren! Die rund 160 Primarschüler präsentierten mit Freude und Stolz ihren Triemli-Song und hörten anschliessend gebannt den Stücken zu, die das Orchester auf ihren Streichinstrumenten vortrug.

Musik verbindet und eine bessere Basis, um gemeinsam ein Projekt anzugehen, kann man nicht schaffen. Und so luden die Schulleiterin gemeinsam mit dem Orchesterleiter alle Schüler herzlich dazu ein, sich mit ihnen als Kapitäne auf eine fantastische und lustvolle Schiffreise zu begeben, deren Ziel allerdings noch nicht feststand. Denn: Das Ziel dieser gemeinsamen Reise durch die Welt der Musik und des Theaters sollte in den nächsten Wochen von den Schülern selbst definiert werden! Musik verbindet!

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Wir sind sehr gespannt, welchen Kurs die Schüler der Schule Triemli miteinander einschlagen werden! Eine Jury wird alle eingereichten Ideen prüfen und daraus die besten Vorschläge auswählen und zu einem kunterbunten, abenteuerlichen und märchenahaften Drehbuch mixen! Wohin die Schiffsreise führen wird, verraten wir euch in einem nächsten Blogbeitrag!

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Saisoneröffnung: Samstag: 23. September 2017, 19.30 Uhr, Aula der Universität Zürich

1. Abonnementskonzert 60 Jahre Camerata Zürich

Camerata & Literatur

Man nehme:
1 Uraufführung:      Maïa Brami Auf verwachsenem Pfade
1 Solocellist:            Thomas Demenga
1 Schauspieler:        Thomas Sarbacher
1 Geburtstagskind: Camerata Zürich unter der Leitung von Igor Karsko
3 Werken von :       J. Suk, A. Dvořák und L. Janacek/D.Rumler

Ein wahrer Genuss: Nicht entgehen lassen!


Gastspiel - Lucerne Festival

Sonntag, 20. August, 16.00 h, Maihofkirche
Mit: Thomas Demenga, Thomas Sarbacher. Igor Karsko, Leitung.
Werke: Suk, Dvořák und Janáček /Brami. (UA)

Auf den Fährten Böhmens musikalischer Identität

«Aus Böhmen kommt die Musik» heisst es. Tatsächlich aber mussten die böhmischen und mährischen Komponisten lange darum kämpfen, bis sie ihrer ureigenen Klangsprache und Identität Gehör verleihen durften. Der Cellist Thomas Demenga und die Camerata Zürich folgen in Identitäten 3 am 20. August der Fährte dieser Selbstfindung: Antonín Dvořák gehörte zur Generation der Pioniere und sorgte mit seinen Slawischen Tänzen für die Emanzipation der «couleur locale». Sein Schwiegersohn Josef Suk wählte eine tschechische Hymne aus dem Mittelalter, den St.-Wenzels-Choral, als Thema einer musikalischen Meditation, mit der er zugleich für die tschechische Unabhängigkeit eintrat. Und Leoš Janáček legte seinen Werken die Metrik und Sprachmelodien des Tschechischen zugrunde, um ein unverwechselbares Klangbild zu schaffen. Zu seinem autobiographisch inspirierten Klavierzyklus Auf verwachsenem Pfade, der in einer neuen Bearbeitung für Streicher erklingt, hat die französische Autorin Maïa Brami ein Märchen verfasst, das assoziative Räume öffnet.
lucernefestival.ch


5. Abonnementskonzert: Samstag, 20. Mai 19. 30 Uhr, Tonhalle Zürich

Concerto grosso

Quartett Van Kuijk
Igor Karsko, Leitung
Werke von G. F. Händel, E. Bloch und A. Sallinen.

  http://derblaueritter.de/basso-continuo/

http://derblaueritter.de/basso-continuo/

Mit einer Serie wunderbarer Concerti grossi und einer beiliegenden Einladung zu einer musikalischen Reise verabschieden wir uns von dieser Saison! Zu Gast haben wir das aufstrebende französische Quartett Van Kuijk.

Was würde sich besser dazu eignen als Händels „Göttermusik“, wie sie Herman Hesse in seinem Roman „der Steppenwolf“ benennt? In diesem trifft der Steppenwolf im magischen Kabinett auf sein Idol Mozart, welcher ihm auf einem alten Radio Händels Concerto grosso in F-Dur vorspielt: „Bitte kein Pathos, Herr Nachbar! Haben sie übrigens das Ritardando da beachtet? Ein Einfall, hm? Ja, und nun lassen Sie einmal, Sie ungeduldiger Mensch, den Gedanken des Ritardando in sich hinein – hören Sie die Bässe? Sie schreiten wie Götter – und lassen sie diesen Einfall des alten Händel Ihr unruhiges Herz durchdringen und beruhigen!“

Diese schreitenden Götter des Concerto grosso importierte Händel nicht aus dem Olymp – sondern aus der italienischen Tradition der Concerti grossi, wie sie zum Beispiel Corelli beispielhaft vertat. Es ist jedoch eindeutig Händels einfallsreicher Geist, welcher dieser äusserst intimen und dynamischen Konzertform das Göttliche einhauchte. Die zu seiner Zeit äusserst populäre Konzertform geriet später in den Schatten des Solokonzertes – um im Neoklassizismus wie so viele andere „vergessene“ Sachen wiederentdeckt zu werden. Einer dieser Entdecker war zum Beispiel Ernest Bloch, wessen Concerto grosso auch interpretiert wird.

Dem Ganzen den thematischen Rahmen verleihend, nimmt uns Sallinen auf die kurzweilige Reise durch die Jahrhunderte mit, welcher sich durch seine verwendete Besetzung vom Concerto grosso inspirieren liess. Trois Invitations au voyage lässt sich von Baudelaires Gedicht L’invitation au voyage ableiten. In diesem beschreibt er ein paradiesisches Land, in welchem er mit seiner Liebsten leben will:
Là, tout n'est qu'ordre et beauté,
Luxe, calme et volupté“
Sinnlich wird auch die Musik des Konzertes! Also kommet in Scharen! Wir freuen uns Sie!

Anna Karsko


4. Abonnementskonzert: 25./26. März 2017

Due Maestri
Erich Höbarth, Leitung und Solovioline
Igor Karsko, Solovioline
Werke von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy

  Mendelssohns Skizze von der Thomasschule in Leipzig, an welcher Bach als Kantor wirkte.    http://www.bbc.co.uk/composers/mendelssohn/pictures/12/

Mendelssohns Skizze von der Thomasschule in Leipzig, an welcher Bach als Kantor wirkte.

http://www.bbc.co.uk/composers/mendelssohn/pictures/12/

Das vierte Abonnementskonzert beehrt uns mit der Anwesenheit von „Due Maestri“ in doppelter Hinsicht: Einerseits sind damit natürlich Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy gemeint, anderseits auch der Starsolist Erich Höbarth und sein Bachdoppelkonzert – Partner Igor Karsko an der Violine.
Meister der Musik sind alle vier Protagonisten unseres Konzertes. Mendelssohn verehrte Bach als sein Idol und erweckte die als veraltet geltende Musik des alten Meisters in der Wiederaufführung der Matthäuspassion zum Leben. So wird auch in diesem Konzert vor allem das Grosse zelebriert, wie es Mendelssohn schön auszudrücken wusste: „Die erste Bedingung zu einem Künstler ist, dass er Respekt von dem Grossen habe und sich davor beuge und es anerkenne und nicht die grossen Flammen auszupusten versuche, damit das kleine Talglicht ein wenig heller leuchte.“ Für uns hat Mendelssohns Talent heute natürlich eine andere Konnotation als „kleines Talglicht“, denn auch er ist durch sein ausserordentliches Talent und sein handwerklich gekonnt geschmiedetes Werk zu einem grossen Meister geworden, und dies bereits zu seinen Lebzeiten! Ausserdem sind wir ihm äusserst dankbar für die Rekonstruktion und Wiederentdeckung Bachs, welcher bis dahin nicht nur als altmodisch und bieder galt, sondern gänzlich vergessen war, und heute als der Meister der Fuge bekannt ist.
Im Lichte des meisterhaften stehen auch Erich Höbarth und Igor Karsko, welche Bachs Wunderwerke kunstfertig zu interpretieren wissen und uns dabei in die Welt des musikalischen Handwerks und der Präzision entführen! Auf Grösse und Meisterhaftigkeit, denn wie Beethoven über Bach sagte: „Bach sollte nicht Bach, sondern Meer heissen!“

Anna Karsko


3. Abonnementskonzert: 28./29. Januar 2017

Don Juanquixote
Thomas Demenga, Violoncello / Igor Karsko, Leitung
Werke von: N. W. Gade, A. Sallinen und A. Dvorak.

  Source:  www.jdsmithfineart.com

Source: www.jdsmithfineart.com

Das erste Konzert der Camerata Zürich im neuen Jahr und gleichzeitig das dritte Abonnementskonzert der Saison trägt eine Komposition als Namen, welchem man relativ schnell die Thematik des Konzertes entlocken kann: Don Juanquixote, die Verschmelzung der zwei wichtigsten Archetypen des Frauenhelden in der europäischen Dichtung lässt vieles erwarten: Ritterliche Kämpfe, mutige Helden und schmachtende Frauen, welche auf ihre Befreiung warten. Tatsächlich aber haben die beiden Geschichten über Don Juan und Don Quixote einen anderen Zweck: Die Sage des Don Juan sollte dem Menschen vor allem seine Vergänglichkeit und sein massloses Konsumieren von verwerflichen Lebensgütern aufzeigen. Auch Cervantes Don Quixote diente als Spiegel – der Roman parodierte die zu der Zeit in Mode kommende Ritterromane, welche dem Leser durch ihre Unglaubwürdigkeit den Verstand rauben sollten.

Was mag wohl Aulis Salinnen von den zwei vermeintlichen Helden gedacht haben? Die Antwort darauf können Sie sich selber machen – beim Hören seines Stückes The Nocturnal Dances of Donjuanquixote. Der herausragende Cellist Thomas Demenga verkörpert mit seinem Cellopart die Rolle des nächtlichen Tänzers und führt uns so durch das wilde Leben des geniessenden Sünders. Doch nicht nur Salinnen nimmt am nächtlichen Tanz der Helden teil. Nebst ihm hören wir den dänischen Komponisten Niels Willhelm Gade und natürlich Antonin Dvoraks E-Dur Serenade. Wir freuen uns auf viele Burgfräuleins und Tafelritter, welche musikalischer Lebensfreude begegnen möchten!

Anna Karsko


2. Abonnementskonzert: 3. /4. Dezember 2016

Werke von:  Dmitri Schostakowitsch, Joachim Raff und Aulis Sallinen.
Dmitri Demiashkin, Klavier / Philippe Litzler, Trompete / Igor Karsko, Leitung

  Schostakowitsch als Feuerwehrmann bei der Belagerung von Leningrad (St. Petersburg)

Schostakowitsch als Feuerwehrmann bei der Belagerung von Leningrad (St. Petersburg)

Schostakowitsch hatte es gewiss nicht leicht in der sowjetischen Musikkritikerszene.  1935 schrieb Stalin nach dem Besuch Schostakowitschs Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ entrüstet, Schostakowitsch produziere „Chaos statt Musik“. Sein Werk sei nichts anders als „vulgärer Naturalismus“ und hätte in der sowjetischen Musikszene nichts zu suchen. Auch wenn Schostakowitsch Stalin bestimmt nicht als distinguierten Musikkenner wahrnahm, musste diese Kritik schmerzhaft sein – Nichts grollt wohl dem Komponisten mehr als missverstanden zu werden. Seine "Zwei Stücke für Streichoktett" und sein 1. Klavierkonzert für Klavier und Trompete sind jedoch wunderbare Exempel unglaublichen, künstlerischen Handwerks und einfühlsamen Humors. Was sich für Stalin wie Chaos angehört hat, ist in Wirklichkeit durchdachtes Verflechten von Genres, Instrumenten und Melodien, welche sich zu einem absolut harmonischen Ganzen verbinden.

Aulis Salinnen dagegen begegnet keinen solchen Vorwürfen, sein Werk "Some Aspects of Peltoniemi Hintrik’s Funeral March" befasst sich nämlich mit der finnischen Volksmusik, basierend auf welcher Salinnen Variationen verfasste. Da sich der Komponist aber mehrheitlich in seiner Karriere mit der Zwölftonmusik befasste, sind es keine Variationen im traditionellen Sinn – eher wunderbar charakteristische „Aspekte“ des Lebens von Peltoniemi Hintrik.

Joachim Raff hatte das Glück, gleich mit zwei bedeutenden Komponisten seiner Zeit bekannt zu sein – seine grosse Verehrung galt Felix Mendelssohn, welcher Raffs Werke auch an den Verleger Breitkopf empfahl, und Franz Liszt, welcher Raff gleichwohl als Assistenten engagierte. Sein Streichoktett ist eine frische, mit Raffs Innovation durchsetzte Hommage an sein grosses Vorbild Mendelssohn, wessen Themen bei besonders gutem Zuhören mehrmals durch das Geschehen wandeln.

Mit ihrer musikalischen Darbietung beehren werden uns der Pianist Dmitri Demiashkin und der Trompetenspieler Philippe Litzler.

Wir freuen uns auf ein tolles Konzert und hoffen auf zahlreiches Erscheinen!

Anna Karsko